Oberwart

DER VIERFACHE MORD AM 4. FEBRUAR 1995

Erwin Horvath, geb. am 14.11.1976, gestorben am 4.2.1995, er wurde 19 Jahre alt

Karl Horvath, geb. am 12.6.1973, gestorben am 4.2.1995, er wurde 22 Jahre alt

Peter Sarközi (Horvath), geb. am 25.8.1968, gestorben am 4.2.1995, er wurde 27 Jahre alt

Josef Simon, geb. am 18.1.1955, gestorben am 4.2.1995, er wurde 40 Jahre alt.

GESPRÄCH MIT LUDWIG HORVATH

Oberwart, am 25. Februar 2011

Am Abend des 4. Februar 1995 saßen sie zum letzten Mal mit Ludwig Horvath bei einem Glas Wein zusammen.
Später sollten sie zu einem Rundgang durch die Roma-Siedlung aufbrechen, in Oberwart herrschte seit 6 Monaten Angst. Die Kontrollgänge fanden regelmäßig statt, jedoch zu verschiedenen Uhrzeiten.

Seit etwa August 1994 gingen Drohungen ein. Ludwig Horvath berichtet von Drohanrufen einer Frau. Sie sprach mit verstellter Stimme:"Du hast meine Familie ruiniert!". Im Hintergrund weinte ein Kleinkind. Sie rief regelmäßig abends zwischen 18-20 Uhr bei Ludwig Horvath an. Dann kam ein weiterer Anruf, der Ludwig Horvath zum späteren Attentatsort bestellte: "Wenn Du nicht feig bist, komm hin!". Ludwig Horvath ging hin, traf aber niemanden.
Er erstattete Anzeige, die Polizei überwachte den Anschluss nicht und konnte die anonyme Anruferin nicht überführen, obwohl sie regelmäßig anrief. Dann beschloss Ludwig Horvath seinen Festnetzanschluss selbst überwachen zu lassen, aber die Kosten von 300 Schilling am Tag stimmten ihn um.

Im Sommer 1994 traf Ludwig Horvath zufällig auf den Kurgast Franz Fuchs in Bad Tatzmannsdorf und sprach mit ihm. Es war eine sehr nette und freundliche Unterhaltung, die im Jahr vor dem vierfachen Mord in Oberwart stattfand.

Ab November 1994 beobachtete Ludwig Horvath bei seinen Waldspaziergängen unmittelbar bei der späteren Anschlagsstelle einen weißen Kombiwagen älteren Baujahrs mit Grazer Kennzeichen. Der Lenker war niemals zu sehen. Ein Jäger, dachte sich Ludwig Horvath.
Nach dem Mordanschlag wurde der Kombiwagen nie wieder gesehen. Auch davon berichtete er der Polizei.

Kein einziges Mal gab es Rückfragen. Im April oder Mai 1995 sprach Ludwig Horvath mit Kripobeamten, eine Niederschrift gab es nicht.

Im Sommer 1995 wurde auf Ludwig Horvath mehrmals geschossen, als er auf derselben Strecke um die selbe Uhrzeit von der Arbeit nach Hause ging. Die Polizei kam mit Wachhunden und nahm die Anzeige auf. Seitdem kam keine Rückmeldung mehr.